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Edemissen Mit den Bienen auf Tuchfühlung
Kreis Peine Edemissen Mit den Bienen auf Tuchfühlung
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23:00 13.09.2013
Hobby-Imker Florian Mikulle zeigte seine Bienenvölker. Quelle: A
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Florian Mikulle ist Herr über etliche Bienenvölker. Ein Teil von ihnen hat feste Plätze, die übrigen bringt er immer dorthin, wo die fleißigen Tiere gerade gebraucht werden, um Blüten zu bestäuben. An einem Sommerabend nimmt der Hobby-Imker mich mit zu einem der festen Standorte. Er hat für mich Schutzkleidung und Handschuhe dabei, und ich rechne mit einem regen Gesummsel. Doch rund um die Bienenstöcke herrscht erstaunlich wenig „Flugverkehr“. „Deshalb sind wir extra abends hergekommen. Die Bienen sind dann weniger aktiv“, erklärt Mikulle.

Wir werfen einen Blick in einen Bienenstock. Gleich nach dem Öffnen des Deckels pusten wir ein wenig Rauch in den Stock. „Damit werden die Bienen nicht beruhigt oder betäubt, sondern sie nehmen an, es besteht Brandgefahr. Bevor sie fliehen, füllen sie ihre Honigmägen. Die Stechbereitschaft sinkt deutlich, vermutlich weil die Bienen instinktiv wissen, dass die Gefahr durch ein Feuer nicht durch Stechen verhindert werden kann“, erläutert der Hobby-Imker.

Vor den Einfluglöchern der Bienenstöcke fallen mir tote und sehr schwach wirkende Tiere auf. Besorgt weise ich darauf hin, doch der Imker beruhigt: „Im Moment findet die so genannte Drohnenschlacht statt, das ist ein jährlich wiederkehrendes Phänomen und gehört zum Leben der Bienen dazu“, schildert Mikulle.

Er erklärt das wie folgt: Im Spätsommer werden die Drohnen, also die männlichen Bienen, durch die Arbeiterinnen aus dem Stock gedrängt. Das macht nicht viel Mühe, denn die Drohnen sind bereits geschwächt, weil ihnen der Zugang zum Futter verwehrt wurde. Mit der Drohnenschlacht geht die Zeit der natürlichen Vermehrung eines Bienenvolkes zu Ende. In den Wintermonaten leben erheblich weniger Bienen in den Stöcken als während der Schwarmzeit im Sommer.

Ich erfahre viel Wissenswertes über Honiggewinnung, Bienenzucht und Pflege der nützlichen Tiere. Mein Respekt vor den faszinierenden Tieren steigt enorm - und bezieht sich nun nicht mehr hauptsächlich auf den Stachel.

Ärger hat Mikulle wegen seiner Bienen selten, im Gegenteil: „Die meisten Menschen begegnen den Tieren eher positiv.“

wos

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