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Mit Sonde auf der Suche nach der Bombe

Oelerse Mit Sonde auf der Suche nach der Bombe

Bomben-Verdachtspunkt hinterm Rittergut in Abbensen kurz vor Oelerse: Der 115-Millimeter-Bohrer am Bagger dreht sich wie durch Butter in fünf Meter Tiefe. Tiefensondierung heißt das, was dann kommt. Liegt hier ein Sprengkörper in der Erde?

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Bombe oder nicht? Dicht an dicht werden die Kontroll-Löcher gebohrt, dann kommt eine Rohrstange in die Erde, und darin wird die Mess-Sonde versenkt.

Quelle: cb

Edemissen-Abbensen. Ralf Esche, Truppführer der Schollenberger-Kampfmittelbergung GmbH aus Celle sitzt im Wagen und hat sein Laptop auf den Knien. Feine rote Linien auf dem Bildschirm kennzeichnen den Verlauf der Bohrung und die Ableitung des Erdmagnetismus‘. Esche und seine Kollegen sind bei Oelerse auf der Suche nach Sprengkörpern aus dem Zweiten Weltkrieg.

„Anhand von Luftaufnahmen könne wir erkennen, wo mögliche Bomben in der Erde liegen“, sagt der Truppführer. Diese Fotos stellt der deutsche Staat den Kampfmittelräumern zur Verfügung, mit dem Auftrag, etwas genauer nachzuschauen. „Schwarze Punkte auf den Luftbildern weisen auf Blindgänger im Boden hin“, sagt Esche. „Wenn diese Punkte erst einmal entdeckt worden sind, müssen mögliche Gefahrenquellen auch beseitigt werden. Dann kommen wir.“

Mit dem weltweit satellitengestützten Positions-Bestimmungssystem GPS werden die Daten des Luftbildes auf die realen Landschaftsverhältnisse übertragen, die Fachleute finden die auffällige Stelle im fremden Gelände leicht. Die alliierten Streitkräfte haben im Zweiten Weltkrieg ihre Bombenabwürfe fotografisch dokumentiert. „Uns wurde von Einheimischen gesagt, dass hier bei Abbensen und Oelerse Rest-Bomben liegen könnten, die die Flugverbände auf ihrer Rücktour von Berlin ausgeklinkt haben, um sie einfach loszuwerden“, erklärt Esche.

Nach der Ost-West-Entspannung wurden viele Tausend Fotos freigegeben. Das große Aufräumen dürfte noch Jahrzehnte dauern. „Wir sind in ganz Niedersachsen und darüber hinaus mit Kampfmittelbergung beschäftigt“, sagt der Fachmann, „da wird man nicht so schnell arbeitslos.“

Der Bagger zieht den Bohrer aus dem Loch, fett klebt der schwarze Boden am Gewinde. Dicht an dicht wird gebohrt. Zwei Männer auf dem Acker schrauben Kontroll-Rohre zusammen, die im Loch versenkt werden. Dann kommt die Gradiometer-Sonde rein.

Die erste Messung des Erdmagnetfeldes wird in zwei Metern Tiefe vorgenommen. Alle fünf Zentimeter gibt es ein Signal, das aufgezeichnet wird und Aufschluss darüber gibt, ob es Abweichungen des Erdmagnetismus‘ gibt. „Das könnte ein Anzeichen auf einen großen metallischen Körper sein“, erklärt der Truppführer das Verfahren. Besteht der Verdacht, dass eine Bombe in der Erde liegt, wird ein Bergetrupp zum Fundort geholt, die das Objekt freilegt. „Die Entschärfer kommen vom amtlichen Kampfmittelbeseitigungsdienst“, sagt Esche.

Vermutlich noch bis zur nächsten Woche nehmen die Männer von Schollenberger Bohrungen und Messungen vor. „Bei Oelerse haben wir vier verdächtige Punkte“, sagt Esche, „auf dem Geländes des Rittergutes Abbensen noch zwei.

Michael Schröder

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