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Lebendiger Geschichtsunterricht

Luther-Biografin Abbensen Lebendiger Geschichtsunterricht

Um Martin Luther insbesondere jungen Menschen näher zu bringen, reist 500 Jahre nach dem berühmten Thesenanschlag die Schauspielerin und Jugendbuchautorin Maja Nielsen mit ihrer Luther-Biographie samt Hörspiel durch die Republik. Am Donnerstag machte sie Station in Abbensen.

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Leidenschaft für ihren Helden Martin: Maja Nielsen

Quelle: ulrich jaschek

Abbensen. Bei ihrem Vortrag in der Kirche verknotet Maja Nielsen Lebensphasen mit Anekdoten und Anekdötchen, lustwandelt wie eine Märchentante mit Bekennerliebe zu ihrem Helden zwischen belegten Sachtexten, Überlieferungen und solchen Begebenheiten, die wohl eher dem Unterhaltungswert geschuldet sein werden.

Die zugespielten Hörspielszenen klingen nach typischem Radio-Schulfunk der 1960er Jahre, arbeiten allerdings die Ungeheuerlichkeiten des Mittelalters sehr deutlich heraus. Nielsen liest ausschließlich Zitate ab, sonst bevorzugt die freie Nacherzählung beispielsweise über Luthers gruselige Klosterjahre und seine Wut und den Kampf gegen die unselige Ablass-Schacherei. Zu erfahren war, das viele seiner Begriffkreationen in unseren Wortschaft eingegangen sind.

Nielsen bindet das Publikum in ihren Vortrag ein

Gerne lässt sich das Publikum von ihr einbinden: als Junior-Ablass-Brief-Verkäufer beispielsweise oder als bäuerliche Aufständler. Nielsen spielt geschickt mit ihrer Gabe, komplizierte Sachverhalte plausibel zu machen und vermittelt eine Art Geschichtsunterricht ohne Jahreszahlenstress.

Der „Spontan-Chor“ bietet gemäß dem Luther-Wort „evangelisch ist, auf deutsch Lieder zu singen“ gesangliche Entspannung zum Mitmachen.

Als Nielsen ihre Stimme senkt und von Luthers Hochzeit mit Ex-Nonne Katharina von Bora erzählt, halten zwar einige Zuhörer bereits das Happy-End für gekommen, erfahren allerdings abschließend noch von „Luthers dunklen Seiten“, beispielsweise seinem leidenschaftlichen Antisemitismus – von dem sich die evangelische Kirche übrigens vor zwei Jahren distanziert habe.

Die Luther-Biografin verzichtete zugunsten des von der Gemeinde unterstützten „Hauses der Zuflucht“ in Brasilien aufs Honorar.

Von Ulrich Jaschek

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