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Korn und Fleisch waren einst die Steuer

Steuerrecht um 1750 in Alvesse Korn und Fleisch waren einst die Steuer

Aus dem Schatzkästchen der Heimatpfleger: Diesmal erklärt der Alvesser Werner Heise, was es im 18. Jahrhundert mit dem „Frucht- und Fleisch-Zehnten“ auf sich hatte.

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Ein Dokument zum Frucht- und Fleischzehnten aus dem Jahre 1750.
 

Quelle: Privat

Alvesse.  Eine komplizierte Steuererklärung mussten die Einwohner Alvesses 1749 zwar noch nicht abgeben, dafür aber den sogenannten „Frucht- und Fleisch-Zehnten“. Alvesses Heimatpfleger Werner Heise erzählt, wie das Steuerwesen damals funktionierte.

Ihre Steuern mussten die Alvesser an das Bülowsche Gut in Essenrode zahlen, abgeliefert wurden Naturalien und Geld auf der Hillerschen Mühle.

Die Mühle zu Hillerse war an den Stadthalter, Geheimen- und Kammerrat Julius von Bülow, entlehnt worden, und zwar von Bischof Christian zu Minden, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg. Darüber hinaus erhielt von Bülow, wie im ersten Bülowschen Lehnsbrief vom 31. März 1627 nachzulesen ist, die Fischerei zu Leiferde, das Dorf Garssenbüttel „mit allem Zubehör“, sechs Bauhöfe, zwei Kothöfe zu Essenrode und den Zehnten zu Alvesse. Anlass war der Tod Heinrichs von Garssenbüttel, der keine Lehnserben hinterlassen hatte.

Der Kornzehnte wurde in Stiegen oder Garben abgerechnet. Zum Trocknen des Korns band man es in Garben und stellte 20 davon jeweils zu einer Stiege gemäß der Zehntordnung auf. Für die Alvesser betrug der Kornzehnte im Jahr 1749 fünf Stiegen und vier Bund oder Garben weißen Hafer, eine Stiege rauen Hafer, 71 Stiegen Roggen, eine Stiege und ein Bund Gerste, vier Stiegen Buchweizen und eine Stiege Erbsen.

Den Fleischzehnten für Lämmer, Hühner, Ferkel, Kälber, Fohlen zahlten zehn Alvesser in bar, die Summe betrug 18 Groschen und 6 Pfennig. Im Jahr 1750 betrug die Summe 18 Groschen. Zwölf Alvesser bezahlten im Jahr 1749 in natura drei Gänse, sieben Hühner, ein Lamm und ein Ferkel. Im Jahr 1750 zahlten sieben Alvesser in natura eine Gans, sechs Hühner, zwei Lämmer und zwei Ferkel.

Andererseits verkauften die Essenroder Erbherren den „Zehnten“ auch an Bauern. Zum Beispiel verkaufte Christian Wilhelm von Bülow 1680 den Kornzehnten des Dorfes Alvesse für drei Jahre an Barthold Brendeke. Der Kaufpreis betrug „jedes Jahr acht Scheffel guten reinen Roggen wie auch einen Himten Buchweizengrütze“. Ein Himten war ein bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gebräuchliches Hohlraummaß für Getreide. Er entsprach meist einem halben Scheffel, also etwa 30 Litern. Den Fleischzehnten wollte von Bülow jedoch nach wie vor selbst einziehen.

Alvesse hatte in den 1750 bis 1760er Jahren 15 Feuerstellen beziehungsweise Hofstellen. Geht man von sechs bis sieben Personen je Hofstelle aus, entspricht das einer Einwohnerzahl von 90 bis 105 Personen. Die Bülows verkauften ihr Gut 1837 an die Herren von Lüneburg.

Von Mirja Polreich

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