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Jede zweite Zecke ist infiziert

Studie in Edemissen Jede zweite Zecke ist infiziert

Zecken sind nicht nur lästig, sie können auch gefährliche Krankheiten wie Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) übertragen. Der Golfclub Peine-Edemissen stellte sich im Frühjahr für eine wissenschaftliche Studie zur Verfügung. Nun liegt das Ergebnis vor.

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Im Mai sammelten zwei Wissenschaftlerinnen auf dem Golfplatz in Edemissen insgesamt 500 Zecken ein.

Quelle: privat

Edemissen. Dr. Sharon Page, Molekularbiologin aus Großbritannien, und Sirli Anniko, Technische Assistentin aus Estland, sammelten am 15. und 16. Mai auf der 90 Hektar großen Anlage 500 Zecken, die in Augsburg auf gefährliche Bakterien oder Viren hin untersucht wurden. Die beiden Forscherinnen waren im Auftrag der Augsburger BCA-clinic unterwegs. Das ist eine private und ganzheitlich ausgerichtete Klinik für durch Zecken übertragene Erkrankungen sowie für Multi-Infektions- als auch Multi-System-Erkrankungen. Das wissenschaftliche Labor der Klinik hat eine Reihe verbesserter Tests entwickelt, mit der Borreliose und Begleiterkrankungen schneller und sicherer festgestellt werden können. Die überraschend hohe Anzahl der gefundenen Zecken ist auf das optimale Wetter an den beiden Sammeltagen, aber auch auf die Jahreszeit zurückzuführen. Zecken sind im Frühjahr sehr aktiv und suchen nach Wirten für ihre Blutmahlzeit.

Ergebnisse sind auf andere Flächen übertragbar

Warum auf dem Golfplatz? Auf der relativ großen Fläche konnten sich die Forscherinnen zügig frei bewegen, ohne bei Besitzern einzelner Parzellen um Genehmigung bitten zu müssen. Die Ergebnisse der Studie sind umsetzbar auf jede größere Wiese oder jeden Waldweg im Landkreis. Aber auch im eigenen Garten lauert die Gefahr.

Die Tiere wurden am Waldrand im etwas höheren Gras gefunden, jedoch auch im etwas kürzeren „Semi-Rough“. Auf Fairways und Grüns kamen dagegen keine Zecken vor. Die kleinen Spinnentiere klettern gern auf Grashalme um Tiere zu befallen, daher ist das kurze Gras kein gefährdeter Bereich.

Das BCA-Labor hat insgesamt 105 der gesammelten Tiere auf Borrelia untersucht: 50 Nymphen, 30 weibliche und 25 männliche adulte Zecken. Für Menschen sind Nymphen und adulte weibliche Zecken potenzielle Überträger der Borreliose. Adulte männliche Zecken stechen nicht. Die Ergebnisse waren wie folgt: 54 von 105 Zecken sind positiv auf Borrelien DNS getestet worden. Dies entspricht einer Infektionsrate von 51,4 Prozent.

Da nur Nymphen und weibliche Zecken Borreliose-Überträger für Menschen sind, kommt die Studie auf ein maximales Übertragungsrisiko von rund 51 Prozent.

Übertragung findet nicht bei jedem Stich statt

Die Übertragung von Borrelia-Bakterien findet nicht bei jedem Stich einer infizierten Zecke statt, sie hängt auch von der Saugdauer ab. Außerdem erkrankt nicht jeder Mensch, der mit Borrelien infiziert wird. Daher, so heißt es in der Studie, kann nicht von einer Infektionsgefahr von 51 Prozent geredet werden, sondern nur von einem potenziellen Ü̈bertragungsrisiko.

Andere Gebiete und Regionen werden derzeitig untersucht, um festzustellen, ob dieses Jahr tatsächlich ein allgemein erhöhtes Risiko im Vergleich zu durchschnittlichen Jahren besteht. Deutschlandweit ist laut Robert-Koch-Institut ein Borrelia-Befall von 5 bis 35 Prozent in Zecken nachgewiesen worden. Diese Zahlen sind allerdings das letze Mal 2014 aktualisiert worden.

Bester Schutz ist Vermeidung von Zeckenbissen

Der beste Schutz vor Borreliose ist, einen Zeckenbiss zu vermeiden. Sportler, Spaziergänger und Menschen, die im Freien arbeiten, können sich am besten durch geeignete Kleidung – lange Hose, geschlossene Schuhe – schützen.

Es ist auf alle Fälle empfehlenswert, nach jedem Golfspiel, Wald- und Wiesen-Spaziergang oder nach der Gartenarbeit den Körper auf Zecken zu kontrollieren und diese gegebenenfalls zu entfernen, ohne das Tier zu quetschen.

Von red

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