Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Edemissen Der Hof war einst Mittelpunkt des bäuerlichen Denkens
Kreis Peine Edemissen Der Hof war einst Mittelpunkt des bäuerlichen Denkens
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:00 04.10.2018
Auf Ebelings Hof (früher Borges Hof) lebt heute die Ortsheimatpflegerin Adelheid Schmidt. Quelle: Kerstin Wosnitza
Eddesse

In enger Zusammenarbeit mit den Ortsheimatpflegern veröffentlicht die PAZ in loser Folge Interessantes aus der Geschichte der Gemeinde Edemissen. Der heutige Beitrag stammt von Adelheid Schmidt aus Eddesse. Sie beschäftigt sich mit alten Hofnamen. Sie schreibt:

Der frühere Eddesser Pastor Vulmahn (1885 bis 1929) hat sich im Rahmen seiner Heimatforschung vor über 100 Jahren um unsere Heimat, die Natur und Geschichte verdient gemacht. Er hat sich unter anderem mit alten Hofnamen befasst, die geologisch, geschichtlich oder kulturgeschichtlich interessant sind, um sie zu erklären, und seine Erkenntnisse für die Nachwelt festgehalten.

Der älteste Sohn erbte den Hof

Der Hof war der Mittelpunkt des bäuerlichen Denkens und Lebens. Ihn galt es zu erhalten und ungeschmälert auf den Hoferben zu übertragen. In unserer Gegend galt das Ältesten-Recht, das heißt, der älteste Sohn erbte den Hof.

Die Höfe hatten in der Regel einen Hofnamen, der sich oft unabhängig von dem jeweiligen Besitzer bis in unser Jahrhundert erhalten hat. Viele dieser Namen sind etwa um das Jahr 1650 „fest geworden“. Seitdem haben sie sich nur noch in besonderen Ausnahmefällen geändert. Diese Bezeichnungen gehen nicht immer auf den Gründer des Hofes zurück, dessen Name oft unbekannt ist. Die meisten Höfe sind älter als ihre erstmalige Erwähnung in den Akten und Registern der Ämter.

Namen wurden unterschiedlich geschrieben

„Inwieweit zu dieser Zeit schon Personenstandsregister geführt wurden, lässt sich nicht mehr nachvollziehen, denn eine Führungspflicht bestand erst ab etwa 1700“, sagt Schmidt. Die Schreibweise der Namen variierte besonders in früheren Jahren sehr stark, denn die einfachen Leute waren kaum des Schreibens mächtig, und die amtlichen Schreiber oder Pastoren konnten die Namen nur nach dem Hörensagen aufschreiben.

Der Hofname wurde allgemein nur im mündlichen Verkehr der Bauern untereinander angewandt und immer nur in seiner plattdeutschen Form. Der Familienname wurde dagegen so gesprochen und geschrieben, wie er im Verkehr mit den Behörden und der Kirche angewandt wurde. Es ist aber nicht unbedingt so, dass der Hofname einen Familiennamen festhält, dessen Träger über Generationen im Besitz des Hofes waren.

Übrigens: Wenn der Bauer frühzeitig verstarb, verheiratete sich die Frau in vielen Fällen zum zweiten Mal. Diesen zweiten Mann nannte man Interimswirt, weil er den Hof nur auf Zeit bewirtschaftete bis zum Antritt des Erben aus erster Ehe der Mutter.

An der Hofeinfahrt liegt ein großer Findling, auf dem Hofnamen und das Jahr des ersten Nachweises auf die Hofstelle eingraviert sind. Quelle: Kerstin Wosnitza

Beispiele für Hofnamen aus Eddesse sind Borges Hof (später Ebelings Hof, Runde Straße 2), Permölls Hof (ehemaliger Kaufmannsladen, Runde Straße 16) oder Peitz Hof (später Gödeckes Hof, Runde Straße 3). Die Runde Straße ist übrigens eine der ältesten Straßen in Eddesse, einem so genannten Rundlingsdorf.

Ebelings Hof

Auf Ebelings Hof (früher Borges Hof) lebt heute die Ortsheimatpflegerin Adelheid Schmidt. Sie ist eine geborene Ebeling, früher gehörte der Hof ihren Großeltern. „Als ich Kind war, wurde ich noch oft gefragt, ob ich Borges Lütsche sei – also ein Kind, das mit Borges Hof in Verbindung steht“, erinnert sie sich. An der Hofeinfahrt liegt ein großer Findling, auf dem sie den Hofnamen und das Jahr des ersten Nachweises auf die Hofstelle eingravieren lassen hat. Zu dem Stein gibt es eine Geschichte: „Er stammt vom Fissenberg, wo mein Großvater Felder hatte. Er hat ihn beim Pflügen freigelegt und mit Hilfe weiterer Männer mit Muskelkraft nach Hause geschafft. Früher diente er als Gartenschmuck“, sagt Schmidt.

Von Kerstin Wosnitza

Bislang hatte der Abfallwirtschaft- und Beschäftigungsbetrieb A+B des Landkreises Peine das alleinige Recht inne, in der Gemeinde Edemissen Sammelcontainer für Altkleider und Schuhe aufzustellen. Doch damit ist nun Schluss.

03.10.2018

Bauwilligen bietet die Gemeinde Edemissen jetzt neue Grundstücke an: 35 davon entstehen derzeit im Baugebiet „Im Sande“ im östlichen Teil von Wipshausen. Veräußert werden sie zu einem Preis von 90 Euro pro Quadratmeter.

01.10.2018

Rund um die „tolle Knolle“, die Kartoffel, konnten sich die Besucher nicht nur informieren sondern entdecken, was sich aus ihr und mit ihr alles machen lässt.

03.10.2018