Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Edemissen Fundstücke aus dem Mittelalter und der Steinzeit
Kreis Peine Edemissen Fundstücke aus dem Mittelalter und der Steinzeit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 03.03.2019
Archäologe Thomas Budde (vorn) wies die Teilnehmer der Feldbegehung ein. Quelle: Privat
Edemissen/Oelheim

Zu einer Feldbegehung hatte der Heimat- und Archivverein Edemissen eingeladen. Dabei geht es darum, an geschichtsrelevanten Stätten nach Relikten aus der Vergangenheit zu suchen. Hauptziel war in diesem Fall die ehemalige Dorfstelle Wölpse in der Nähe von Oelheim.

Kinder waren begeistert dabei

Mehr als 50 Teilnehmer fanden sich ein, darunter auch Eltern mit ihren Kindern, die begeistert bei der Sache waren. Zunächst gab Archäologe Thomas Budde aus Abbensen, der die Leitung der Aktion hatte, eine Einführung in die Thematik der mittelalterlichen Dorfwüstungen und zeigte eine Auswahl Fundstücke, die für solche Plätze recht typisch sind. „Möglicherweise stoßen wir aber auch auf Feuersteinwerkzeuge, denn nicht selten liegen an den mittelalterlichen Siedlungsplätzen auch vorgeschichtliche Fundplätze“, sagte er.

Untergegangenes Dorf

Die Dorfstelle Wölpse wurde 1965 durch Feldbegehungen lokalisiert und liegt recht idyllisch auf einem Nordhang. Laut Budde deuten überlieferte Flurnamen wie Wölpser Feld oder Wölpser Bruch und die deutliche Erhebung des Wölpser Bergs auf das untergegangene Dorf hin.

Auch diesmal wurden typische Funde aufgelesen und gemeinsam ausgewertet: Herdsteinbrocken, Dachstein- und Dachziegelbruchstücke, Schleif- und Wetzsteinfragmente, Eisenverhüttungsreste sowie Keramikscherben.

Vermutung bestätigt

Die grobe früh- bis hochmittelalterliche Keramik aus dem 9. bis 12. Jahrhundert überwog deutlich gegenüber der spätmittelalterlichen aus dem 13. bis 15. Jahrhundert. „Das bestätigt die Vermutung, dass Wölpse – als eines von wenigen Beispielen im Landkreis – schon um 1200 teilweise verlassen worden sein muss“, sagt Budde.

Feuersteinartefakte wie Klingen oder Bohrer wurden in größerer Zahl gefunden als erwartet. Herausragendes Fundstück sei eine schöne mittelsteinzeitliche Kernbeil-Klinge gewesen.

Gefunden wurde unter anderem eine Kernbeil-Klinge. Quelle: Werner Heise Heimat- und Archivverein Edemissen

Kernbeile

Kernbeile gelten als die ersten vom Menschen hergestellten Steinbeile. Sie kamen in der Zeit von etwa 7500 bis 4000 vor Christus vor und gehören zum skandinavisch-norddeutschen „Kern- und Scheibenbeil-Kreis“. In Mooren konservierte Funde zeigen, dass die Klingen wohl meist in eine Fassung aus Hirschhorn gesteckt und als Dechsel (querschneidiges Beil) genutzt worden sind.

Auch die weiteren Artefakte dürften hauptsächlich mittelsteinzeitlichen Jägern und Sammlern zuzuweisen sein. Am Tag nach der Begehung wurden noch weitere gefunden, darunter auch ein Retoucheur genanntes Arbeitsgerät eines Steinschlägers. wos

Von der Redaktion

In der Gemeinde Edemissen fehlen Kita-Plätze. Es sollen zwei neue Gebäude gebaut werden. In der Ratssitzung am Montag erläuterte der Bürgermeister, warum er Neubauten für die beste Lösung hält.

03.03.2019

Die nach PAZ-Informationen innerhalb der Kreisverwaltung angedachte Einschränkung bei den Öffnungszeiten der Kreisbüchereien ist anscheinend vom Tisch. Die Büchereien sollen stattdessen personell besser ausgestattet werden.

02.03.2019

Der Rat der Gemeinde Edemissen ist in seiner Sitzung am Montagabend dem Vorschlag von Bürgermeister Frank Bertram (parteilos) gefolgt und hat beschlossen, die Grund- und Gewerbesteuern zu erhöhen.

01.03.2019