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Erika Stetz: VW-Betriebsrätin kämpft für Frauen

Plockhorst Erika Stetz: VW-Betriebsrätin kämpft für Frauen

Die Frauenförderung bei Volkswagen in Wolfsburg ist mit ihrem Namen eng verknüpft: Erika Stetz. Hierzulande machte die Plockhorsterin Schlagzeilen als erste Ortsbürgermeisterin (SPD) in der Gemeinde Edemissen und als Kämpferin und Förderin für Menschen mit Problemen. Jetzt ging die ehemalige Betriebsrätin in den Vorruhestand und genießt ihr Ungebundensein.

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VW-Betriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh verabschiedet seine „Freundin Erika“ Stetz aus Plockhorst in den Vorruhestand.

Quelle: privat

„Endlich kann ich jetzt ohne Termindruck das machen, wozu ich gerade Lust haben“, sagt sie mit sichtlicher Zufriedenheit. Immer wieder ist es ihr gelungen, Spenden der VW-Belegschaft nach Edemissen zu holen – Tausende Mark und Euro, immer für soziale Zwecke.

Die Karriere von Erika Stetz bei VW in Wolfsburg lief immer auf ein Ziel hinaus: Den Schwächeren zu helfen. „Das war der Motor, der mich antrieb“, erklärt die 59-Jährige. Zugute kamen ihr dabei gesundes Selbstbewusstsein, praxisnahe Lösungsvorschläge, Durchsetzungsvermögen und Überzeugungskraft, gepaart mit einem Gespür für Ungerechtigkeit und nicht zuletzt ihr großes Herz. Das bescheinigte auch VW-Betriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh seiner „Freundin Erika“ bei der Verabschiedung in Wolfsburg.

Stetz hatte zuletzt den Vorsitz im geschäftsführenden Ausschuss für 280 Vertrauensleute der IG Metall, Bereich Karosseriebau und Presswerk, inne und leitete im Gesamtbetriebsrat den Ausschuss für Gleichstellung der Frau. Die Plockhorsterin ist immer noch überwältigt von den vielen Zeichen der Wertschätzung, die Kollegen und Vorgesetzte ihr mit auf den Weg in den Vorruhestand gegeben haben. Darunter ein fröhlich gelbes Modell eines VW-Käfers, das einen Ehrenplatz im Garten bekommen soll.

Die gebürtige Eickenröderin startete 1968 ins Berufsleben. „Mein Mann Fritz und ich haben 1967 geheiratet und sind nach Ribbesbüttel gezogen“, erzählt sie. Nach der Geburt ihres ersten Sohnes wollte sie anfangen zu arbeiten und bewarb sich mit Erfolg beim Autobauer. Die ersten Stationen waren Kabelabteilung und Karosseriebau, schon bald wurde sie zur Vertrauensfrau gewählt, und es begann ihr gewerkschaftlich orientierter Aufstieg.

Als größten Erfolg bezeichnet Erika Stetz die Verabschiedung der Grundsätze für Frauenförderung vor 20 Jahren und 1996 die Betriebsvereinbarung „Partnerschaftliches Verhalten“. Sie erklärt stolz: „Seitdem gibt es Regeln gegen Mobbing, sexuelle Belästigung und Diskriminierung.“

Etwa zehn Jahre lang – bis Anfang 2001 – engagierte sich Erika Stetz auch in der Kommunalpolitik der Gemeinde Edemissen. Sie war Ortsbürgermeisterin in Plockhorst und hatte einen Sitz im Gemeinderat. Ein Wiedereinstieg ist nicht geplant, denn jetzt möchte sie sich „total“ ins Privatleben zurückziehen. „Ich will ein Jahr lang keinen Terminkalender führen und mit meinem Mann ohne Zeitdruck viele Reisen unternehmen“, zählt sie auf, „ich möchte basteln und dekorieren und in den Tag hineinleben.“

Vielleicht begegnet man der resoluten Endfünfzigerin ja mal auf einem Flohmarkt: „Die Atmosphäre dort finde ich entspannend und anregend zugleich.“

bv

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