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Edemissen Heute öffnet der Edeka-Markt in Wipshausen zum letzten Mal
Kreis Peine Edemissen Heute öffnet der Edeka-Markt in Wipshausen zum letzten Mal
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06:00 30.11.2018
Ein Bild aus den Anfangstagen des Geschäfts in Wipshausen. Quelle: privat
Wipshausen

Wenn Ellen Hauer heute zum letzten Mal die Tür ihres kleinen Edeka-Marktes an der Mittelstraße abschließt, geht in Wipshausen eine Ära zu Ende: Nach mehr als 116 Jahren wird es kein Kaufhaus mehr geben.

Begonnen hat die Geschichte Anfang des vorigen Jahrhunderts, als der aus Ummern in der Gemeinde Wesendorf stammende Kaufmann August Meyer das Grundstück an der heutigen Mittelstraße von der benachbarten Familie Sievers erwarb. Ab 1901 betrieb er dort ein Kolonialwarengeschäft.

Nach seinem Tod erbte die Tochter Martha Meyer das Geschäft. Sie heiratete Ernst Brennecke, die Eheleute bekamen vier Söhne. Doch das Schicksal ließ es nicht zu, dass einer von ihnen es später übernehmen konnte: Drei fielen im Zweiten Weltkrieg, der vierte starb kurz nach Kriegsende.

Der Edeka-Markt in Wipshausen heute. Quelle: privat

So übernahm der Neffe der Eheleute Brennecke, Rudi Stolte, in den 1960er Jahren das Geschäft. Er baute es deutlich aus und verwandelte es vom Einkaufsladen klassischen Stils in einen kleinen Supermarkt. Viele Jahre befand sich im gleichen Gebäude auch das Wipshäuser Postamt.

Rudi Stolte führte das Geschäft 30 Jahre lang, bevor er es an seine Tochter Ellen – verheiratete Hauer – übergab, die es nun schließt. „Es lohnt sich einfach nicht mehr“, sagte die 62-Jährige vor sechs Wochen im Gespräch mit der PAZ. Sie hat den Laden in vierter Generation geführt, ihre eigenen Kinder wollten ihn aber nicht übernehmen. Einst hatte Hauer sechs Angestellte, im letzten Jahr hat sie alles allein gemacht.

Ellen Hauer in dem von ihr geführten Edeka-Markt. Quelle: Archiv

Mit dem Ruhestand von Ellen Hauer wird die 116-jährige Tradition des Hauses enden. Das Kaufhaus war über Nahversorger und Nachrichtenbörse des Ortes. „Generationen junger Wipshäuser haben hier ihre ersten Groschen Taschengeld ausgegeben“, wissen die Mitglieder des Teams „Fotoarchiv Wipshausen“, die Infos und Bilder für diesen Bericht zur Verfügung gestellt haben. Wipshausen hat fortan kein Lebensmittelgeschäft mehr, was insbesondere die älteste Generation trifft.

Bisher kein neuer Nahversorger in Wipshausen

Die Gemeindeverwaltung bemüht sich, wieder einen Nahversorger in der rund 1800 Einwohner zählenden Ortschaft anzusiedeln, bisher allerdings ohne Erfolg. Die nächsten Einkaufsmöglichkeiten sind nun in Edemissen, Groß Schwülper und Hillerse.

Von Kerstin Wosnitza

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