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Edemissen „Ein nachhaltiges Konzept zahlt sich aus!“
Kreis Peine Edemissen „Ein nachhaltiges Konzept zahlt sich aus!“
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17:00 21.07.2018
An diesem Ort im Zentrum des Geländes soll eine Art Marktplatz entstehen. Auf der Plattform hinter Bastian Bührig soll der Bohrturm als Wahrzeichen einen neuen, angemessenen Platz finden. Quelle: Kerstin Wosnitza
Berkhöpen

„Aufgrund der niedrigen Zinsen haben wir diverse Pläne zur Schaffung von Eigentum wie Neubau, Kauf und so weiter durchgespielt“, sagt Bastian Bührig, der gemeinsam mit Stefan Wolff in beiden Firmen die Geschäfte führt. Mehr oder weniger zufällig sei man dann an die TUI AG herangetreten, um zu klären, ob die derzeitige Halle zum Verkauf stände. Die TUI ist die Rechtsnachfolgerin der Preussag, der das Areal ursprünglich gehörte.

Die einzelne Halle stand zwar nicht zum Verkauf, wohl aber der gesamte Gewerbepark. „Es gab zwar einige Hürden, denn das Gelände unterliegt dem Bergrecht und hat keinen Bebauungsplan, die Gebäudesubstanz ist schon älter und die Infrastrukturpläne sind teilweise noch mit Tusche gezeichnet und unzuverlässig. Wir haben uns aber dennoch entschieden, zu kaufen“, sagt Bührig.

Bebauungsplan wird derzeit erstellt

Derzeit wird gemeinsam mit der Gemeinde Edemissen ein Bebauungsplan erstellt. Bührig hofft, dass er bis zum Jahresende vorliegt. „Als Selbstständige sind wir es gewohnt, schnelle Entscheidungen zu treffen und diese dann kurzfristig umzusetzen. Ich hätte im Vorfeld nicht damit gerechnet, dass es so langwierig ist, einen seit fast 100 Jahren bestehenden Gewerbepark rechtssicher mit einem B-Plan abzudecken. Da wurde die Geduld schon auf eine harte Probe gestellt. Aber wir sind auf dem richtigen Weg“, so Bührig.

Für die Entwicklung des Gewerbeparks hat er viele Ideen. „Wir wollen eine Gemeinschaft erzeugen und unterschiedliche Branchen, die nicht im Wettbewerb stehen, vernetzen. Ich wünsche mir ein wertiges und nachhaltiges Areal, wo man gern arbeitet“, blickt der Geschäftsführer in die Zukunft. Dabei stehe der wirtschaftliche Gedanke nicht immer an erster Stelle, denn ein nachhaltiges Konzept werde sich später mit höherer Wertschöpfung auszahlen.

In der ehemaligen Tankstelle könnte ein kleiner Kiosk eingerichtet werden. Quelle: Kerstin Wosnitza

Er hat viele Ideen, wie man das erreichen kann. Neben gestalterischen Ansätzen sind das auch zwischenmenschliche. So kann er sich vorstellen, im ehemaligen Tankstellengebäude einen kleinen Kiosk zu installieren. „Viel Miete möchte ich da nicht verlangen, aber es geht auch mehr darum, so etwas wie einen Treffpunkt für alle Mitarbeiter zu schaffen“, erklärt Bührig.

Zu einem modernen „Start-up-Hotel“ soll dieses Gebäude umgestaltet werden. Quelle: Kerstin Wosnitza

Ein weiterer Baustein ist die Sanierung und Umgestaltung eines Gebäudes mit rund 1000 Quadratmetern Grundfläche zu einem „Start-up-Hotel“, in dem potenzielle Geschäftsgründer unbürokratisch Geschäftsräume mieten können. So soll ihnen die Entscheidung zum Schritt in die Selbstständigkeit erleichtert werden (PAZ berichtete).

Der Gewerbepark

Das Gelände hat mit elf Hektar eine Größe von rund 15 Fußballfeldern. Darauf gibt es 10 000 Quadratmeter Hallen- und 4000 Quadratmeter Büroflächen. Derzeit sind dort etwa 15 Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Branchen ansässig, darunter neben BKM das Equiteam, Wrede Gartenbau, Weatherford, Petro Service, Vermilion Energy und das UCL Umwelt Control Labor.

Der Gewerbepark aus der Luft gesehen. Quelle: privat

Ein alter Bohrturm als Wahrzeichen

Das weitläufige, teils bewaldete Gelände des Gewerbeparks soll mittelfristig ein Herzstück bekommen. Geplant ist eine Art Marktplatz an zentraler Stelle mit einem besonderen Hingucker: „Auf unserem Gelände steht ein alter Bohrturm. Er war ursprünglich auf einem von zwei deutschen Bohrschiffen montiert“, weiß Bührig zu berichten.

Der alte Bohrturm steht derzeit ein wenig abseits. Er soll saniert werden und künftig als Wahrzeichen dienen. Quelle: Kerstin Wosnitza

Das Schiff selbst liegt seit den 1980er Jahren irgendwo in Venezuela und wartet auf seine Abwrackung. Der etwa 30 Meter hohe Turm soll restauriert und an zentraler Stelle im Gewerbepark wieder aufgebaut werden. „Er war und bleibt das Wahrzeichen dieses Gewerbestandortes“, betont Bührig. Man wolle den Ursprung des Geländes und die Geschichte mit allen Höhen und Tiefen lebendig erhalten.

Auf dem Marktplatz könnten dann verschiedene Aktivitäten wie Sommerfeste, Oldtimertreffen oder Herbstmärkte stattfinden. „Wir möchten das Gelände nicht nur für die Gewerbetreibenden erschließen, sondern auch unserem Umfeld die Möglichkeit geben, sich mit uns, der Arbeit der hier ansässigen Unternehmen und unserem Konzept zu identifizieren“, wünscht sich Bührig für die Zukunft.

Von Kerstin Wosnitza

Auch in diesem Jahr sucht die PAZ wieder die schönsten Urlaubsbilder der Leser – und zahlreiche Fotos haben die Redaktion bereits erreicht.

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