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Ein Ort zum Arbeiten, Lernen und Leben

Behindertenhilfe Berkhöpen Ein Ort zum Arbeiten, Lernen und Leben

Die Arbeitsstelle hat im Leben von Menschen mit Behinderungen eine besondere Bedeutung. Sie wird auch als Ort des Lernens und des Lebens wahrgenommen. Seit 35 Jahren gibt es die Werkstatt der Behindertenhilfe in Berkhöpen, einige der Mitarbeiter sind schon von Anfang an dabei.

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Ein Foto aus der Anfangszeit des Werkstattgebäudes der Behindertenhilfe in Berkhöpen. Das „Stammhaus“, das benachbarte ehemalige Erholungsheim, war zu klein geworden.

Quelle: privat

Edemissen-Berkhöpen . Günther Harms nimmt einen Deckel und legt ihn auf einen Stecker. Mit einer Handpresse fixiert er die beiden Teile miteinander. An der hydraulischen Presse bestückt er sie mit einem Aluminium-Ring und den beiden zuvor zusammengefügten Elementen und „vernietet“ das Ganze. Fertig ist das Teil. Ab in den Karton damit, und der nächste Deckel wird auf sein Gegenstück gesetzt.

Seit 35 Jahren arbeitet Günther Harms in der Werkstatt für behinderte Menschen der Behindertenhilfe Berkhöpen-Burgdorf. Das Gebäude in der Straße „Am Berkhöpen“ ist für ihn zu einem Lebensmittelpunkt geworden, ein Ort, an dem er arbeiten, lernen und leben kann. Mit Stolz erzählt der 50-Jährige, dass er schon seit vielen Jahren in der Wabco-Gruppe von Gerd Peters arbeitet. Die Firma Wabco Westinghouse GmbH aus Hannover ist der größte Auftraggeber der Werkstatt. Unter anderem hat er Überström-Ventile montiert, „die werden für die LKW-Bremssysteme gebraucht“, erklärt der Münstedter. Vor Kurzem hat Harms eine andere Aufgabe übernommen, er muss Bauteile für eine Bremsanlage in Anhängern zusammenfügen. „Das hatte ich in zwei bis drei Tagen raus, wie das geht, aber ich kann das noch nicht so schnell“, stellt er selbstkritisch fest.

Er erinnert sich auch an die Zeit, als er in der „Außengruppe“ tätig war und direkt vor Ort bei Panasonic in Peine bei der Fertigung von Videogeräten geholfen hat. „Aber das war sehr anstrengend, da mussten wir den ganzen Tag stehen“, meint der Beschäftigte, für den die Berkhöpener WfbM ein zweites Zuhause ist. Die baulichen Veränderungen innen und außen hat er miterlebt und teilweise mit Wehmut betrachtet: „Die Bäume, die jetzt für die Parkplatzerweiterung gefällt werden, habe ich selbst mit angepflanzt.“

Ebenso wie Harms ist seine Kollegein Karin Sauer seit 35 Jahren in Berkhöpen beschäftigt. Nach dem Besuch der Sonderschule absolvierte die Ilsederin, die vor einem Jahr geheiratet hat, einen Eingliederungslehrgang. Das Arbeiten in der Werkstatt gefiel ihr besser als der Küchendienst, und infolgedessen ist die 51-Jährige schon seit Langem in einer technischen Gruppe, die jetzt von Thomas Mäker geführt wird, tätig. Ob montieren oder prüfen, ob verpacken oder ausschneiden: Karin Sauer hat Freude an der Arbeit, erledigt sie ruhig und konzentriert.

„Wir haben beobachtet, dass sich viele unserer Beschäftigten über Stunden konzentrieren können“, sagt Renate Lütge vom Sozialdienst der BBB. „Wir haben einen guten Ruf bei den Partnern aus der freien Wirtschaft. Er ist begründet durch die geringe Fehlerquote und die hohe Zuverlässigkeit nach der Einarbeitungsphase“, sagt sie. Sie ist selbst seit 1982 in Berkhöpen tätig und tauscht gern mit Karin Sauer und Günther Harms Erinnerungen aus und lässt die Anfänge der Werkstatt Revue passieren.

Brigitte Vogel

Stichwort

Chronik
Die Behindertenhilfe Berkhöpen-Burgdorf GmbH (BBB) hat an vier Standorten Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM): in Berkhöpen, in Burgdorf und in zwei Betrieben in Peine. Das Werkstattgebäude in Berkhöpen wurde vor 35 Jahren errichtet, da die Kapazitäten im „Stammhaus“ der BBB (das ehemalige Erholungsheim der Preußag an der Eddesser Straße) nicht mehr ausreichten. Neben der Raumnot war eine konzeptionelle Änderung in der pädagogischen Ausrichtung im Arbeitsleben von Menschen mit einer geistigen, körperlichen oder seelischen Behinderung ausschlaggebend für diesen Schritt. Die Verantwortlichen in der BBB wollten weg von der „Bastelstube“ einer „beschützenden Werkstatt“ und hin zu einer qualifizierten Ausbildungs- und Arbeitsstätte.

Heute erfolgt die Berufsbildung nach einem individuellen Ausbildungsplan in den Gebieten Hauswirtschaft, Metall- und Holzverarbeitung sowie Industriemontage und Verpackung. Ziel aller Maßnahmen ist die Persönlichkeitsentwicklung durch Erwerbsarbeit. Es wird auch versucht, Möglichkeiten zu schaffen, um Menschen mit Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu vermitteln.

bv

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