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Edemissen Erinnerung an Winterabende im Zweiten Weltkrieg
Kreis Peine Edemissen Erinnerung an Winterabende im Zweiten Weltkrieg
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06:00 24.12.2018
Gedämpfte Weihnachtsstimmung im Kriegsdienst des Jahres 1944. Quelle: privat
Eddesse

In enger Zusammenarbeit mit den Ortsheimatpflegern veröffentlicht die PAZ in loser Folge Interessantes aus der Geschichte der Gemeinde Edemissen. Der heutige Beitrag stammt von Adelheid Schmidt aus Eddesse. Sie erinnert sich an Weihnachten in den Jahren 1944 zur Zeit des Zweiten Weltkriegs und 1945, kurz nach Kriegsende. Sie schreibt:

Alles wurde selbst gemacht

„Im Dezember 1944 lebten oft drei Generationen unter einem Dach, dazu Gehilfen und Mägde. Meine Großeltern hatten immer Zeit für uns Enkel. Das Schönste waren aber immer die Dämmerstunden in der Winterzeit: Dann zogen wir uns alle in die große Stube zurück. Mit den bescheidenen Mitteln, die meiner Mutter zur Verfügung standen, gestaltete sie für uns eine sehr schöne vorweihnachtliche Zeit mit selbst gebackenen Plätzchen und einem selbst gebundenen Adventskranz. Da es keine Weihnachtsgeschenke zu kaufen gab, bastelte und nähte sie alles selbst.

Jeden Abend wurden die Kerzen angezündet. In dem großen Kachelofen brutzelten die Bratäpfel. Das Gefühl des Zusammenhalts und der Geborgenheit war deutlich spürbar. Mein Großvater erzählte spannende Geschichten aus seinem Leben als Bauer und Schäfer zur Zeit des deutschen Kaisers. Es war trotz aller Not um uns herum eine heimelige, gemütliche Winterzeit.

Vater war 1944 im Kriegsdienst

An Weihnachten im Jahr 1944 wurde wegen der kriegsbedingt vorgeschriebenen Verdunkelung die Christkirche schon am Nachmittag abgehalten. Weihnachten war mehr denn je zu einem Fest der Familie geworden. Gegenseitig trösteten wir uns über Sorgen und Nöte hinweg. Großvater sprach meiner Mutter immer wieder Mut zu, da mein Vater zum Kriegsdienst eingezogen war.

Im Dezember 1945 war ich dann acht Jahre alt .Der schreckliche Krieg war gerade ein halbes Jahr vorbei. Millionen Deutsche waren heimatlos geworden und suchten eine neue oder vorübergehende Bleibe für sich und ihre Familien – oder sie suchten nach ihren Angehörigen. Es war eine Zeit voller Not, Elend, Hunger und Krankheit. Trotzdem waren alle erleichtert, dass der Krieg endlich vorbei war. Im August 1945 war auch mein Vater aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrt.

Im Winter wurde das elektrische Licht jeden Abend aus Mangel an Kohle in den Kraftwerken für drei Stunden abgeschaltet. Und trotz aller Not war es wieder eine heimelige, gemütliche Weihnachtszeit. Am 24. Dezember wurde es früh dunkel, und es hatte tagelang geschneit. Nach der Rückkehr aus der Kirche hatte meine Mutter die Stube geschmückt, wir sangen zusammen „Stille Nacht, heilige Nacht“.

Mitternachtsmesse aus dem Radio

Um Mitternacht wurde der Strom wieder eingeschaltet – und wir hörten im Radio die Mitternachtsmesse aus dem Vatikan mit einem wunderschönen Orgelkonzert. Diese prägenden Winterabende bleiben bis heute unvergessen. In späteren Jahren habe ich noch oft meinen Kindern und Enkeln davon erzählt.“

Von Dennis Nobbe

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