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Edemissen Der Teckel „sprengt“ den Fuchs aus dem Bau
Kreis Peine Edemissen Der Teckel „sprengt“ den Fuchs aus dem Bau
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12:07 22.05.2009
Der Teckel-Verein hat derzeit 65 Mitglieder und existiert seit 1965

Edemissen-Abbensen. Schon die Zufahrt zum Gelände des Deutschen-Teckelvereins, Gruppe Peine-Edemissen, ist verschlungen und waldversteckt. Hinter einem mannshohen schmiedeeisernen Tor erstreckt sich ein dichtbewaldetes Gelände: Holzbruch, Büsche und kniehohes Gras. Hier strolchen die lärmschlagenden, kreuzfidelen Zuchtjagdhunde umher.

Was so ein Dackel kann und wozu der eigentlich da ist, erklärt der Vorsitzende des Vereins Karl-Heinz Thiele: „Gezüchtet werden Teckel seit 1889. Die Tiere gelten als wesensfest und charakterstark.“ Das müssen sie auch sein. Denn sie werden vor allem bei der Arbeit in Fuchs- und Dachsbauten eingesetzt. In den oft metertiefen und stockefinsteren Behausungen von Reinicke-Fuchs und Co wird gewissermaßen der ganze Hund gefordert.

„Der Job des Teckels ist es, den Fuchs rauszusprengen“, sagt Thiele. Was? Raussprengen – das ist Waidmann-Sprache und beschreibe das panische Heraushüpfen des Fuchses aus dem Bau ganz gut. „Da muss man dann darauf achten, dass man den Hund nicht versehentlich erschießt“, erklärt Thiele lächelnd.

Seit einiger Zeit bereiten den Jägern der asiatische Marderhund und auch der Waschbär einiges Kopfzerbrechen. „Vor allem der Marderhund gehört nicht in die deutsche Fauna. Der Waschbär hingegen muss gewissermaßen aus dem Bau getragen werden“, erklärt Hans-Joachim Sievert, Kassenwart und stellvertretender Vorsitzender des Teckel-Vereins. „Die Viecher bleiben einfach im Bau – der Dackel aber auch. Der Jagd- und Beutetrieb ist zu stark. Da kann man von oben noch so brüllen“, brummelt Thiele.

In dieser Situation hilft nur noch ein Spateneinschlag oberhalb des bellenden Jagdgefährten. „Da heißt es dann: Flinte bei Seite und Spaten raus“, sagt Sievert. Und dann buddelt sich der Jäger zwei Meter oder mehr zu Hund und Beute durch.

Aber wie lernt denn der kurzbeinige Hund eigentlich sein Handwerk? „Dafür hat jeder Teckel-Verein seinen künstlichen Fuchsbau“, erklärt Thiele. Mit künstlichen Füchsen? „Nein, wir züchten Füchse speziell für die Ausbildung der Teckel. Die werden hier geboren, könnten draußen in der Wildnis gar nicht überleben.“

Tatsächlich, im hinteren Teil des 5000 Quadratmeter-Geländes ist ein verzweigtes, betoneingefasstes Gänge-System, abgedeckt mit angepassten Holzbrettern. „Die Anlagen sind zertifiziert: Sie sind durch Metallschieber so konstruiert, dass sich Hund und Fuchs nie gegenseitig verletzen können“, erklärt Sievert und zeigt die Gitter und Roste, die an bestimmten Abschnitten des künstlichen Baus eingeschoben werden können.

„Der Fuchs hat bei uns keinen natürlichen Feind. Ohne gezielte Bejagung würden die sich unkontrolliert vermehren. Die Konsequenzen wären furchtbar. Gleiches gilt für Wildschweine“, sagt Thiele, selbst Jäger, nicht ohne Sorge. In Berlin und anderen deutschen Städten könne man das schon sehen. „Das Schrumpfen der Wälder und der Bau von Straßen ist ja nicht die Schuld der Jäger. Aber das hat Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem. Da muss der Jäger ran. Wer sonst?“

Die Trainings-Fuchs-Familie lebt in einem luxuriösen Zwingerkomplex. Ernährt werden die Rotkittel übrigens mit überfahrenen Wildtieren. „Da ruft uns dann die Autobahnpolizei an“, sagt Thiele. Am Fuchszwinger hängt ein bleicher Hammelschädel. Zwischen den Hörnern hat eine Drossel mit ihrer Familie Quartier bezogen.

Der Teckel-Verein hat derzeit 65 Mitglieder und existiert seit 1965. „Wir haben im Landkreis Peine noch 17 Teckel-Züchter. Das zeigt auch, wie beliebt dieser Jagdhund ist“, meint Sievert.

Die herumwetzenden Teckel flippen förmlich aus vor Freude, wenn ein neuer Hund mit Herrchen im Schlepptau zum Fest erscheint – und dann sind Steaks und Würste fertig.

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