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Den Musikerinnen schien nichts kreativ genug zu sein

Edemissen Den Musikerinnen schien nichts kreativ genug zu sein

Abbensen. Die Musikerinnen vom Trio con Abbandono (heißt: Trio mit Hingabe) haben sich mit ihrer parallelen Leidenschaft zum Komponisten Astor Piazolla musikalisch arrangiert und beglücken damit einerseits sich selbst und andererseits ihr Publikum, zuletzt jenes im Kunsttreff Abbensen. Und wie!

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Das Trio con Abbandono spielte am Sonntagabend im Kunsttreff und begeisterte die Zuhörer.

Quelle: uj

In klassische Konzerte eingebettete Piazolla- und Tango-Seminare begegnen dem geneigten Konzertbesucher durchaus gelegentlich - in Abbensen lag der Reiz in der interessanten Instrumentierung der engagierten Damenriege: Klarinette (Beate Müller), Knopfakkordeon (Claudia Iserloh) und Violoncello (Anne-Lise Cassonnet).

Mal lodernd, dann melancholisch, energisch und kraftvoll befeuerten sie Piazollas Tango-Wirken und überraschten die Zuhörer auch mit dessen Liebe zum Barock - dem Satz (Frühling) aus dessen von Vivaldi inspirierten „Vier Jahreszeiten“.

Natürlich kennt das Trio auch das Zauberwort, mit dem sich das Publikum besonders locken lässt: „Wiedererkennungswert“.

Und so heizten sie dann auch die Gefühlslage im Parkett mit ihren Interpretationen bekannter Klassik-Hits fröhlich an. Da scheinen nach Chatchaturians „Säbeltanz“ kleine Rauchwölkchen von den Saiten des Cellos zu steigen, und Iserloh pumpt mit ihrem Akkordeon Johann Straußens „Tritsch-Tratsch-Polka“ so engagiert, als brauche sie das Instrument hinterher nicht mehr. Apropos Instrument: So ein Knopfakkordeon eignet sich tatsächlich auch als akustisches Ambivalent zu einer herkömmlichen Schreibmaschine - jedenfalls hörte es sich bei Leroy Andersons „Typewriter“ so an.

Nichts scheint den Musikerinnen kreativ genug: Während der quasi geschüttelt-gerührten „Disco-Toccata“ von Guillaume Connesson scheinen sich die Musikerinnen auf der Klang-Achterbahn ebenso selbst zu überholen, wie während ihrer wunderschönen Klezmer-Nummer, wobei Müller mit der Klarinette stets in Führung liegt, um dann mit Darius Milhauds „Scaramouche Brazileira“ oder Rodrigues „La Cumparsita“ wieder zu den Wiedererkennungs-Hits zurückzukehren.

Das Trio con Abbandono besteht im Grunde aus glanzvoll musizierenden Solistinnen, die den mühelos scheinenden Spagat zu einer soliden Mannschaftsleistung mit innovativen Arrangements und ganz viel persönlicher Spielfreude vollbringen. Und Piazolla? Der wäre wahrscheinlich auch gleich allen Dreien verfallen…

uj

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