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Edemissen Demenz: Boden unter den Füßen verlieren
Kreis Peine Edemissen Demenz: Boden unter den Füßen verlieren
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12:00 11.11.2009
Edith Pütz, Psychotherapeutin im begleitenden Dienst des Seniorenheims „Haus am Schaperberg“, referierte im Gemeinderaum der Plockhorster Kapelle über Demenz. Quelle: privat
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Edemissen-Plockhorst. Während Pütz vom Verlauf der Krankheit und vom Umgang mit ihr sprach, konnte das Publikum an vielen Stellen etwas beitragen. Viele persönliche Erfahrungen wurden erzählt und mit Hintergrundwissen erläutert. Damit die Zuhörer sich die Krankheit bildlich vorstellen konnten, stellte Edith Pütz das Leben eines Demenzkranken als ein Bücherregal dar. Jedes Buch darauf stellte ein Kapitel des Lebens dar, von der Kindheit bis in die Gegenwart. Beim Demenzkranken kippen zunächst die neueren Bücher im Regal um, die Erinnerungen sind für den Menschen verloren. Jedes umgefallene Buch wird vergessen und mit dem Verlauf der Demenz fallen immer mehr Bücher um.

„Stellen Sie sich vor, sie müssen zu einem Vortrag und haben sich plötzlich nach einem ausgiebigen Stadtbummel in der fremden Stadt verirrt“, sagte Pütz. „Wie kommen Sie zu ihrem Termin? Was tun Sie?“ Eine Zuschauerin schlug vor, nach dem Weg zu fragen, ein Taxi zu rufen. Daraufhin wurde sie von Pütz gefragt, wo sie überhaupt hinwolle. Die Frau sagte, sie wolle ins Parkhaus Nord. Pütz erwiderte, dass das Parkhaus Nord seit 15 Jahren geschlossen sei.

So wurde deutlich gemacht, wie sich ein Demenzkranker fühlt, wenn er mit der Realität konfrontiert wird, während er sich in einer ganz anderen Zeitebene befindet. Es sei, „als würde der Boden unter den Füßen weggerissen werden“.

Stattdessen, so erklärte Pütz, solle man versuchen, die Gefühle und den Antrieb des Erkrankten bei dem was er sagt herauszufinden und zu bestätigen. Mit Hilfe von Sprichwörtern kann man im Gespräch mit ihm Verständnis widerspiegeln. Das nennt man Integrative Validation. Wenn ein Demenzerkrankter beispielsweise behauptet, man hätte ihm fünfzig Euro gestohlen, sollte man die Empörung, die Wut und andere Gefühle, die in diesem Satz mitschwingen ihm gegenüber anerkennen. So könnten die negativen Gefühle abgebaut werden und ein Streit vermieden werden. „Streit mit einem Demenzkranken kommt im Alltag immer wieder vor, ist aber nicht hilfreich, da wir uns in verschieden Realitäten bewegen“, sagte Pütz.

Dem Publikum merkte man an, wie nah Pütz ihrem Alltag gekommen war. „Der Weg zur Wertschätzung des Erkrankten ist im täglichen Umgang sicher nicht leicht umzusetzen“, sagte sie. Zeitnot und Unverständnis ließen sich nicht so einfach beheben. „Doch es gibt Hilfen, die genutzt werden können.“

de

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