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Archäologie Abbensen Dem Feinde trotzen

Gräben, Wehr- und Warttürme, ein Wegenetz, Furten, Wassermühlen und Stauteiche – im Mittelalter zog sich offenbar ein bisher noch weitgehend unbekanntes Burgensystem durch die Flussniederung der Fuhse zwischen Abbensen und Uetze entlang. Der Abbensener Archäologe Thomas Budde hat in den vergangenen vier Jahren Luftbilder ausgewertet, sich das Gelände genau angeschaut und auf alte Karten und Flurbezeichnungen zurückgegriffen. Das Ergebnis ist eine kleine Sensation: Auf einer Länge von etwa zwölf Kilometern ist für das geübte Auge noch vieles nachvollziehbar.

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Auf historischen Karten vermerkte Flurnamen wie hier „Königsborg“ (unten links) südlich von Dollbergen weisen auf die ehemalige Wehranlage hin.

Quelle: privat

Edemissen-Abbensen. „Die Vorarbeiten sind erledigt und die Existenz der Anlage ist bekannt. Jetzt müsste die Forschung intensiviert werden“, sagt Budde über dieses Projekt direkt vor seiner Haustür. Mit einem konkreten Konzept wirbt er nun um das Geld, das für die weiteren Forschungen nötig ist. Unterstützung bekommt er dabei vom Europäischen Burgeninstitut. „Die Entdeckungen sind von hohem öffentlichen wie auch wissenschaftlichen Interesse, weil hier die seltene Gelegenheit besteht, die militärische Absicherung einer Flussniederung und Grenzlandschaft in einem geschlossenen Zusammenhang zu erforschen und darzustellen“, schreibt Dr. Joachim Zeune vom Europäischen Burgeninstitut in einem Gutachten. Besonders interessant scheine der offenbar recht kompliziert aufgebaute Anlagenkomplex in den „Römerwiesen“ bei Dollbergen mit der „Königsborg“ als Vorwerk.

„Zunächst will ich noch mehr Luftbilder erwerben und auswerten. Auf ihnen kann man archäologisch relevante Strukturen im Boden erkennen“, erklärt der Archäologe sein Konzept. Bewuchsmerkmale, wechselnde Bodenfeuchtigkeit oder Reliefmerkmale von Wall- oder Grabenresten durch den Schattenwurf bei starkem Schräglicht könnten solche Hinweise geben.

25 000 Euro benötigt Budde für die weitere Erforschung. Unterstützt wird er von den Gemeinden Edemissen und Uetze, auf deren Gebieten die ehemalige Burganlage liegt. 17 000 Euro sind bei einer Stiftung beantragt, jeweils 2000 Euro steuern die Gemeinden bei. 2000 Euro stellt der Förderverein Dorf Abbensen aus den Einnahmen des Entenrennens im vergangenen Jahr zur Verfügung, 1500 Euro der Kreisheimatbund und 1000 Euro kommen von einem privaten Spender. „Wenn das Geld von der Stiftung kommt, steht dem Projekt nichts mehr im Wege“, sagt Budde. Entscheiden wird sich das im Frühjahr.

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