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Blumenhagen kämpft um die Glocke

Vor 475 Jahren erstmals urkundlich erwähnt Blumenhagen kämpft um die Glocke

Sie hat viel erlebt, die Markus-Kapelle in Blumenhagen, aber sie hat die Jahrhunderte unbeschadet überstanden. Am Sonntag, 4. Oktober, wird gefeiert: der 475. Tag der ersten Erwähnung des Gotteshauses. Folglich muss die kleine Kirche noch älter sein.

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Die Markus-Kapelle auf einer historischen Postkartenansicht.

Quelle: Privat

Edemissen-Blumenhagen. Gottesdienst zum Jubiläum: Die Kapellengemeinde Blumenhagen feiert am Sonntag die erste urkundliche Erwähnung der Kapelle vor 475 Jahren. Der Kapellenvorstand und die Landfrauen Blumenhagen-Mödesse laden zu einem Gottesdienst ab 14.30 Uhr in die Markus-Kapelle Blumenhagen ein. Anschließend geht es im Dorfgemeinschaftshaus weiter mit einer kleinen Erntedank-Andacht und gemeinsamer Kaffeetafel.

Das genaue Jahr der Erbauung der Markus-Kapelle ist unbekannt, liegt aber wahrscheinlich vor der Reformationszeit. Einer Überlieferung nach soll sie einst als katholische „Bet-Capella“ vom letzten adligen Fräulein „von Blomenhagen“ errichtet worden sein und ist heute die älteste und kleinste Kapelle im Kirchspiel der Martin-Luther-Kirchengemeinde Edemissen.

Die massive Osthälfte der Kapelle ist spätmittelalterlich und wurde möglicherweise Anfang des 16. Jahrhunderts aus unregelmäßig geschichteten Bruchsteinen errichtet. Die Mauern sind etwa einen halben Meter dick. Die Westseite, in Fachwerk-Bauweise ausgeführt, wird in das 17./18. Jahrhundert datiert, könnte aber durch die Breite der Ausfachung, auch älter sein.

Während einer größeren Renovierung im Jahre 1910 tauschte man einzelne Balken des Fachwerks aus, entfernte den alten Dachreiter von 1828 und setzte einen neuen, etwa um einen Meter erhöhten wieder drauf. Darin hängt die Glocke, gegossen von S(iegfried) A(ndreas) Lange aus Hildesheim, im Jahre 1837. Die Vorgängerin zersprang beim Sylvesterläuten 1836/37 und wurde neu- beziehungsweise umgegossen. Der Dachreiter erhielt auch eine neue Wetterfahne mit den Jahreszahlen 1828/1910.

Im Ersten Weltkrieg sollte die Glocke abgegeben und eingeschmolzen werden, aber die Blumenhagener wehrten sich erfolgreich dagegen und so läutet sie auch heute noch – bis 1992 sogar noch mit der Hand betätigt. Die Kapelle steht sehr nah an der Dorfstraße und vor vielen Jahren gab es auch schon einmal Überlegungen, die Kapelle abzureißen. Aber es blieb nur bei den Überlegungen.

Über dem Altar hing früher eine Fahne, die zu Ehren der aus dem Freiheitskriege 1814 zurückgekehrten Krieger gestiftet war. An Bändern hinter dem Altar waren früher auch die so genannten Kronen an den Wänden befestigt. War jemand gestorben, so brachten die Angehörigen eine solche in die Kapelle. Sie bestand aus einem künstlichen Blumenstrauß, an dem ein viereckiges Stück schwarzer Samt befestigt war. Dieser wurde mit Silberborte eingefasst und trug in Silberbuchstaben Name, Geburtsdatum und Todestag des Verstorbenen. Seit 1910 sind sie nicht mehr aufgehängt, „da sie als Staubfänger der Gesundheit abträglich wären“, heißt es in der Chronik.

Thomas Kuczniers ist Vorstandsmitglied des Heimatvereins Edemissen.

Thomas Kuczniers

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