Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Anklage gegen Ex-Schatzmeister

Golfclub Peine-Edemissen Anklage gegen Ex-Schatzmeister

Die Akten sind gesichtet, der Schuldvorwurf steht: Die Staatsanwaltschaft Hildesheim hat den ehemaligen Schatzmeister des Golfclubs Peine-Edemissen der Untreue in 111 Fällen vor dem Schöffengericht beim Amtsgericht Peine angeklagt. Es geht um etwa 320 000 Euro.

Edemissen . Die Staatsanwaltschaft Hildesheim wirft dem früheren Schatzmeister des Golfclubs Peine-Edemissen vor, zwischen Dezember 2004 und März 2007 etwa 320000 Euro mithilfe von Schecks veruntreut und für die Begleichung privater Verpflichtungen verbraucht zu haben. Einen Verhandlungstermin gibt es noch nicht.

Wie Oberstaatsanwalt Bernd Seemann gestern auf PAZ-Anfrage sagte, soll der Mann als Schatzmeister des Vereins Schecks auf seinen Namen ausgestellt haben. „Er war nach unseren Erkenntnissen Geschäftsführer der Kieswerke Röhrse GmbH und hatte sich für Schulden des Unternehmens verbürgt“, sagte Seemann. „Bei den einzelnen Untreuefällen ging es um Summen zwischen 1000 und 7800 Euro, entsprechende Belege liegen uns jedenfalls vor.“ Aufgrund dieser Unterlagen und der Einlassungen des Beschuldigten geht die Staatsanwaltschaft von einem „hinreichenden Tatverdacht“ aus, der Grundlage für eine Anklage.

Besondere Brisanz hatte der Fall im März 2008 durch die PAZ-Veröffentlichung erhalten: Es kam heraus, dass der ehemalige Schatzmeister des Golfclubs von Beruf Steuerberater war und als Sozius einer Peiner Kanzlei angehörte. Die anderen Teilhaber hatten sich bereits zum Jahresende 2007 von dem Steuerberater getrennt, hieß es.

Bei der Mitgliederversammlung kurz nach Bekanntwerden des Falls war von einem Fehlbetrag in Höhe von 408000 Euro ausgegangen worden. Von Seiten Dritter soll umgehend eine höhere Summe, angeblich um die 200000 Euro, an den Golfclub zurückgezahlt worden sein. „Wir gehen von 320000 Euro Schaden aus“, sagte Seemann, „für den Tatbestand der Untreue in den angeklagten 111 Fällen ist es unerheblich, ob Teile des Schadens wiedergutgemacht worden sind.“ Allerdings könnte dies im Falle einer Verurteilung bei der Strafzumessung eine Rolle spielen. Untreue ist strafrechtlich ein Vergehen, kein Verbrechen. Das Strafgesetzbuch sieht dafür einen Strafrahmen von bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe vor. Das Schöffengericht beim Amtsgericht Peine kann Haftstrafen von bis zu vier Jahren verhängen.

Michael Schröder

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Edemissen
2abc8bd6-0ced-11e8-8332-96ef61374589
PAZ-Fotoaktion

Hier sind die schönsten Peine-Fotos von unseren Lesern.

Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr