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7. Januar 2004: Rote Waldameisen kontra Fußgänger

Plockhorst 7. Januar 2004: Rote Waldameisen kontra Fußgänger

Die Kreisstraße 10 zwischen Wehnsen und Plockhorst soll ausgebaut werden - und wieder löst die alte Bahnbrücke Diskussionen aus. Naturschützer wollen sie erhalten, Gemeinde und Bürger aus Plockhorst fordern den Abbruch.

Edemissen-Plockhorst. "Ist denn die Sicherheit von roten Waldameisen und Zaun-Eidechsen wichtiger als unsere Sicherheit?" Einige Plockhorster Bürger verstehen die Welt - beziehungsweise den Landkreis - nicht mehr: Die Kreisstraße 10 soll ausgebaut werden und einen Fuß- und Radweg bekommen. Da der Platz dafür unter der alten Bahnbrücke nicht ausreicht, soll der Fuß- und Radweg in einem Tunnel durch den Bahndamm durchgeführt werden. Die Planung des Landkreises sieht einen 2,50 Meter breiten, 3 Meter hohen und 50 Meter langen Tunnel vor - das ganze ohne Beleuchtung. Gebaut werden soll er - von Wehnsen kommend - rechter Hand neben der Bahnbrücke.

"Das entspricht nicht der sozialen Sicherheit³, sagen Plockhorster Bürger. Bei einer Bürgerversammlung befassten sie sich mit dem Thema. Selbst eine dauernde künstliche Beleuchtung reiche nicht aus. Verunreinigungen und Vandalismus seien zu befürchten, auch eine Gefährdung der Fußgänger und Radfahrer, die den Tunnel durchfahren. Davon abgesehen sei die Brücke "ein optisch wenig reizvoller Bestandteil des Dorfbildes". Die Brücke sei marode, ein Zusammenschluss der Biotope sei langfristig ohnehin nicht gesichert.
Der Zusammenschluss der Biotope - aus diesem Grund soll die Brücke erhalten werden. Die Diskussion ist nicht neu, vor mehr als zehn Jahren ist sie bereits geführt worden. Nicht nur um die Brücke, sondern um den gesamten Bahndamm ging es damals. Ein Bauunternehmen hatte der Gemeinde angeboten, die alten Bahn-Brücken kostenlos mit abzubrechen, wenn er den Damm abtragen dürfe und das Boden-Material bekomme. Der Landkreis war damals der Argumentation des Grünen gefolgt, die Brücke mit Blick auf die Tierwelt zu erhalten. "An der Brücke passiert nichts", sagte Kreis-Baudirektor Wolfgang Gemba auch vor einem Jahr noch, als der Ortsrat den Abbruch der Brücke beantragte.

In der Anhörung zum Planfeststellungsverfahren spricht sich auch die Gemeinde Edemissen für den Abbruch der Brücke aus. “Der Tunnel ist keine gute Lösung", sagt Reinhard Bartels, Fachbereichsleiter für Planung, Bau, Umwelt. Um das Biotop für die Fauna zu erhalten, könnten die Teile des Bahndammes mit einer ³Öko-Brücke³ verbunden werden.

Bartels bemüht sich zurzeit um einen Gesprächstermin mit Bahn und Landkreis: Die Bahnstrecke ist zwar stillgelegt, die Trasse bislang aber nicht entwidmet - auch dies spricht gegen den Abbruch der Brücke.

Das Planfeststellungsverfahren soll Mitte dieses Jahres abgeschlossen sein. Mit dem Ausbau der Straße rechnet die Gemeinde nicht vor 2006. Wie berichtet, hat der Landkreis das mit 639 100 Euro Bauvorhaben verschoben, um die Kosten zu sparen.

bst

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