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Nordkoreas Raketenstart schlägt fehl
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Umstrittener Test Nordkoreas Raketenstart schlägt fehl

Das nordkoreanische Regime ignoriert alle Warnungen und erlebt mit seiner Weltraumrakete ein Fiasko. Nicht nur beim Nachbarn China wachsen die Sorgen, dass Nordkorea einen neuen Atomtest unternimmt.

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Nordkorea hat am Freitag seinen umstrittenen Raketenstart durchgeführt.

Quelle: dpa

Seoul. Blamage für Nordkoreas neue Führung: Der groß angekündigte und international kritisierte Raketenstart endet mit einer Bruchlandung. Das Regime in Pjöngjang räumte das Scheitern am Freitag bereits wenige Stunden nach dem Absturz ins Gelbe Meer ein. Angeblich sollte ein Satellit ins All geschossen werden. Die USA und andere Länder sahen in dem Start den verdeckten Test einer Interkontinentalrakete, die einen atomaren Sprengkopf tragen könnte. Der Weltsicherheitsrat sollte am Freitag zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen. Chinesische Experten rechnen als nächstes mit einem Atomtest Nordkoreas.

Südkoreas Verteidigungsministerium teilte mit, die mehrstufige Rakete sei schon kurz nach dem Abheben in der Luft explodiert. Die Trümmerteile stürzten ins Meer. Der Satellit in der Trägerrakete Unha-3 habe nicht die vorgesehene Erdumlaufbahn erreicht, berichteten Nordkoreas Staatsmedien, ohne Details zu nennen. „Wissenschaftler, Techniker und Experten“ untersuchten die Gründe des Fehlschlags. Auch im staatlichen Fernsehen wurde über den Fehlschlag berichtet.

Die USA, Südkorea, Japan und die EU verurteilten den Start als Provokation und Bedrohung für die regionale Sicherheit. Nordkorea verfolge das „klare Ziel“, eine Atommacht werden zu wollen, sagte der Professor für strategische Forschung an der Parteihochschule in Peking, Zhang Liangui, der Nachrichtenagentur dpa. Das Scheitern des Raketenstarts werde die Pläne für den nuklearen Test nicht umwerfen.

Der UN-Sicherheitsrat wollte sich noch am Freitag in einer Dringlichkeitssitzung mit dem Konflikt beschäftigen, hieß es aus diplomatischen Kreisen in New York. Es sei eine formelle Verurteilung Nordkoreas zu erwarten. Der Außenminister der Vetomacht Russland, Sergej Lawrow, schloss neue Sanktionen gegen Nordkorea aus. Er „bedauerte“ zugleich das Vorgehen des Regimes.

Das mächtigste UN-Gremium hatte Nordkorea mehrfach kritisiert und 2006 und 2009 mit Sanktionen belegt. In der Resolution 1874 wird Nordkorea aufgerufen, jegliche Starts „unter Verwendung ballistischer Raketentechnologie“ zu unterlassen.

Nordkorea war 2009 nach internationaler Kritik an einem Raketenstart aus den Mehrparteiengesprächen über sein Atomprogramm ausgestiegen. Wenige Monate später hatte das Land einen zweiten Kernwaffentest unternommen.

Vetomacht Russland lehnt neue Sanktionen ab

Der gescheiterte Raketenstart dürfte nach Ansicht von Beobachtern ein ernster Gesichtsverlust für Nordkorea bedeuten. Nach einem angeblichen Satellitenstart vor drei Jahren hatte Nordkorea noch einen Erfolg vermeldet. Andere Länder hatten auch damals von einem Fehlschlag gesprochen.

Nach Angaben Nordkoreas sollte mit dem jetzigen Start der 100. Geburtstag des als Staatsgründer und „ewigen Präsidenten“ verehrten Kim Il Sung an diesem Sonntag gefeiert werden. Zugleich ist Nordkorea dabei, die Stellung des neuen Machthabers Kim Jong Un zu festigen. Dieser ist Enkel Kim Il Sungs und jüngster Sohn und Nachfolger des im Dezember gestorbenen langjährigen Alleinherrschers Kim Jong Il. Am Mittwoch war der noch nicht 30-jährige Kim Jong Un unter anderem zum ersten Sekretär der herrschenden Arbeiterpartei und damit praktisch zum Parteichef ernannt worden.

Nordkorea hatte erklärt, den Beobachtungssatelliten Kwangmyongsong-3 („Heller Stern“) auf eine Erdumlaufbahn bringen zu wollen. Dort sollte der Satellit zwei Jahre lang unter anderem zur Wälder- und Wetterbeobachtung genutzt werden.

Die provokativen Aktionen Nordkoreas verletzten internationales Recht, hieß es in einer in der Nacht zum Freitag verbreiteten Erklärung der US-Regierung. Sie warf Nordkorea vor, sich durch das Raketenprogramm nur weiter zu isolieren und Geld für Waffen und Propaganda-Inszenierungen auszugeben, während das Volk hungere. Bundesaußenminister Guido Westerwelle sprach von einer „flagranten Verletzung internationaler Verpflichtungen“ durch die nordkoreanische Regierung.

China und Russland riefen alle Konfliktparteien zur Zurückhaltung auf. Der Sprecher des Außenministeriums in Peking, Liu Weimin, sagte, alle Beteiligten sollten sich ruhig verhalten und nichts unternehmen, was den Frieden und die Stabilität auf der koreanischen Halbinsel schädigen könnte.


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dpa

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Mit mehr als 1,2 Millionen Soldaten unterhält das von Hungersnöten geplagte Nordkorea eine der größten Armeen Asiens. 1997 führte eine durch Unwetter, Missernten und Zwangswirtschaft ausgelöste Hungerkatastrophe zu einem Massensterben. Nach UN-Schätzung sind noch immer Millionen Nordkoreaner von Hunger bedroht. Trotzdem haben Ausgaben für das Militär Vorrang.

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