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Neuer Fokus bei Küchen- und Essgeschirr

Immobilien Neuer Fokus bei Küchen- und Essgeschirr

Es gab eine Zeit, da konnten die alten Teile gar nicht schnell genug das Haus verlassen. Kunsthandwerkliches flog aus dem Wohnzimmer, nach alten Traditionen hergestellte Produkte wurden von moderner Masseware ersetzt. Jetzt besinnen sich Hersteller und Verbraucher zurück.

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Der Korb Bamako von Lambert zeigt sichtbare Unregelmäßigkeiten. Außerdem werden Nahtstellen bewusst akzentuiert.

Quelle: Lambert/dpa-tmn

Frankfurt/Main. Design trifft auf Handwerk, Tradition auf Moderne - solche Aussagen sind eigentlich schon viel zu oft gemacht worden. Und doch passen sie beim Blick auf Küche, Tisch und Dekoration wie selten zuvor.

Die Einrichtungsbranche entdeckt ihre Wurzeln wieder, oder aber die Firmen werben gerade jetzt besonders auffällig mit den Ursprüngen. So auch auf der internationalen Konsumgütermesse

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Das Geschirr Unico von Kähler Design hat eine spezielle Glasur, die aus jedem Stück etwas Unverwechselbares macht. Die Serie wurde nun um Pastellfarben erweitert.

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Ambiente in Frankfurt (10. bis 14. Februar).

"Hochwertige Qualität und einzigartige Produkte sind wieder gefragt - gerade in einer globalisierten Welt", sagt Hermann Hutter, Vizepräsident des Handelsverbands Koch- und Tischkultur. Trendscout Claudia Herke von der Stilagentur bora.herke.palmisano, die für die Messe eine Ausstellung kuratiert hat, interpretiert diese Entwicklung als einen Wunsch der Verbraucher nach nachhaltiger Produktion und Dauerhaftigkeit: "Man will etwas lange verwenden können, am besten sogar reparieren können." Aber es gehe auch um die Sicherung von Werten und darum, Traditionen aus der Heimat lebendig zu halten.

"Ich glaube auch, dass die Menschen immer mehr nach regionalen Produkten schauen", sagt Janice Kirkpatrick, die für das diesjährige Partnerland Großbritannien eine Sonderausstellung gestaltet hat. Und die Designer ließen sich von Dingen inspirieren, die teils vergessen waren, aber Teil der Geschichte sind. Kirkpatrick erkennt darin eine Gegenbewegung zum ständigen Arbeiten in der digitalen Welt.

Handwerkliches, gerade aber auch Kunsthandwerkliches wird dabei in verschiedenen Ausprägungen auf den Markt gebracht. Zum einen sind da die Produkte aus der Massenproduktion, die nur wirken, als wären sie in der alten Schmiede im Dorf hergestellt worden: gusseiserne Töpfe, Emaillebeschichtungen, Messer mit besonderen Prägungen und teils sogar Musterungen, die sich auf Jahrhunderte alte Optiken berufen. Teils werden auch alte Entwürfe wieder hervorgeholt und neu aufgelegt. Royal Copenhagen zum Beispiel präsentiert eine Tasse mit hohem Henkel in verschiedenen aktuellen Dekors - die Inspiration für das Design stammt von 1884. Iittala ergänzt das 1952 entstandene Geschirr Teema von Designer Kaj Franck um neue Schüsseln und Teller.

Und dann gibt es da wirklich das ganz Einzigartige, das teils aber nicht individuell gefertigt, sondern mit Hilfe von neuen Techniken hergestellt wurde. Das führt dazu, dass kein Produkt einer Serie mehr dem anderen gleicht. Das neue Steinzeug-Geschirr A la Maison von Asa Selection zum Beispiel hat eine Glasur, die bewusst aufgebrochen wird, um feine Risse zu erhalten, was jedes Stück zu einem Unikat macht. Auch Unico von Kähler Design - laut dem dänischen Unternehmen von japanischer Handwerkskunst inspiriert - hat so eine Glasur.

Und dann gibt es natürlich noch das mit den Händen eines Handwerkers in aufwendiger, zeitintensiver Arbeit Hergestellte. "Von Hand Gemachtes hat Menschen immer schon intuitiv angesprochen", erläutert Juliane Dörschel, Designerin des Einrichters Lambert. "Denn das kann nicht jeder machen, und man kann es gerade nicht nachmachen." Und doch habe Handwerkliches trotz seiner Zeitlosigkeit gerade nun wieder Hochkonjunktur: "Es hat etwas Unverwechselbares in einer Zeit, in der alles von Maschinen gemacht ist, genormt ist. Wenn so vieles wiederholbar ist, entwickelt man ein Gefühl dafür, dass man etwas eigenes will."

Daher setzt Lambert zum Beispiel auch beim neuen Korb Bamako bewusst auf Nahtstellen, die sichtbar leicht golden akzentuiert werden. Denn es gehe den Menschen darum, etwas Wiedererkennbares zu kaufen, erklärt Dörschel die Entwicklung. "Unsere Mitarbeiter in den Stores erleben das: Wenn man aus zwei gleichen Produkten eines auswählen soll, nimmt man das eine, das heraussticht - weil eine Linie etwas anders ist."

Das Handwerk hat natürlich seinen Preis: "Solche wertigen Produkte wie Besteck gehören in das gehobene mittlere Preissegment", sagt Messeleiterin Nicolette Naumann. "Das ist etwas für trendbewusste, junge Haushalte."

dpa

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