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Neuer Anstrich für die alte Kommode - Holzmöbel lackieren

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Soll es perfekt werden, müssen Experten ran: Tischler Manfred Georgi von der gegusch Tischlerei in Berlin schleift den schon vorgeschliffenen Lack einer Tischplatte nach.

Quelle: Andrea Warnecke

Frankfurt/Main. Die Kommode der Großeltern ist in die Jahre gekommen? Der Lack an den Fensterrahmen platzt ab? Lacke entfernen und erneuern - das können Heimwerker selbst erledigen:

 

Vorbereiten: Hat der Lack an Strahlkraft verloren, reicht es meist, ihn mit 120er- bis 150er-Schleifpapier anzurauen und eine neue Schicht aufzutragen. "Beruht der neue Lack jedoch auf einer anderen chemischen Basis als der bisherige, haftet die neue Farbe womöglich nicht", erklärt Stephan Naumann von Tischler Schreiner Deutschland, dem Bundesinnungsverband des Tischler- und Schreinerhandwerks.

 

Herauszufinden, was genau sich auf dem Möbel befindet, ist mitunter nicht einfach. "Ältere Möbel wurden in der Regel mit Nitrozelluloselack behandelt", erklärt Michael Bross vom Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie. Das ist ein lösungsmittelhaltiger Lack. "Ist das Möbelstück noch älter, vielleicht sogar noch aus dem 19. Jahrhundert, könnte es sich um Schellack handeln." Ihn erkennt man am Glanz. Wer sich bei der Bestimmung unsicher ist, entfernt die alte Lackschicht komplett.

 

Schleifen: "Am gängigsten ist das Abschleifen mit einem Schleifpapier oder Schwingschleifer", erklärt Naumann. Eine Maske schützt vor Feinstaub. An den Schwingschleifer lässt sich oft ein Staubsauger anschließen, andere verfügen über einen Auffangbeutel. Alternativ taugt Abbeizer. "Bei der Anwendung gilt es unbedingt, die Schutzhinweise auf der Verpackung zu beachten", betont Bross. Heißluftpistolen lösen den Lack mit Hitze an, ein Spachtel schabt die Masse ab. "Sollen mehrere Lackschichten entfernt werden, ist die Heißluftpistole ideal", erklärt Michael Pommer von der DIY-Academy.

 

 

Reparieren: Vor dem Lackieren müssen Schäden mit Holzspachtel in verschiedenen Farben ausgebessert werden. Wer sichergehen will, dass der Farbton passt, fertigt die Spachtelmasse selbst an: Den Staub vom Abschleifen mit Lack zu einer Paste mischen, glatt auftragen und trocknen lassen, erklärt Pommer.

 

 

Auswählen: Wann wird ein Lack, eine Lasur, ein Öl oder Wachs verwendet? "Ausschlaggebend ist, welchen Ansprüchen das Möbelstück später genügen soll", erklärt Naumann. "Bei einem Küchenschränkchen muss die Oberfläche versiegelt werden. Bei einem Fensterrahmen oder einem Möbel für den Außenbereich sollte ein besonders widerstandsfähiger Lack gewählt werden." Kunstharzlacke etwa sind strapazierfähig und für mechanisch stark beanspruchte Oberflächen empfehlenswert. Hochglänzende Lacke bilden eine sehr harte Oberfläche. "Für weniger stark beanspruchte Kommoden oder Schränkchen eignen sich auch Wachse oder Öle."

 

Zum Lackieren von größeren Flächen nutzen Heimwerker idealerweise Walzen. Kurzflorige Nylonrollen sind gut für Acryllacke, Kunststoffwalzen für lösemittelhaltige Lacke. Bei Möbelstücken mit Verzierungen empfiehlt sich ein Pinsel. Bei Kunstharzlacken passen Pinsel mit Naturhaarborsten, für feinste Lackierungen solche mit Chinaborsten. "Bei wasserbasierten Lacken bieten sich hingegen spezielle Acrylpinsel mit synthetischen Borsten an, da sie den Lack besser aufnehmen und einen glatten Verlauf ermöglichen", sagt Pommer. Außerdem gilt: Je länger die Borsten, umso glatter die Lackierung. "Wer es sich zutraut, kann auch zur Spritzpistole greifen", sagt Pommer. Jedoch ist hier etwas Übung notwendig.

 

Auftragen: Auf die saubere Oberfläche kommt der Lack längs zur Holzfaser. Den Lack immer gut ausstreichen, es dürfen sich keine Tropfen oder Fettkanten bilden. Lieber mehrere dünne Schichten als eine dicke auftragen. "Beim ersten Anstrich, der mit bis zu zehn Prozent Wasser beziehungsweise Lösungsmittel verdünnt wird, richten sich die Holzfasern auf", erklärt Pommer. "Vor dem zweiten Anstrich muss die Oberfläche deswegen nochmals leicht angeschliffen werden."

dpa

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