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Farbenexperte: Die Einrichtung wird bunter

Immobilien Farbenexperte: Die Einrichtung wird bunter

Werden die Sofas gelb und die Vorhänge violett? Die Frage nach der Trendfarbe des Jahres hört Axel Venn, Professor für Farbgestaltung und Trendscouting, jedes Jahr auf der Möbelmesse IMM.

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Das Einheitsgrau ist out. Auf der Möbelmesse IMM Cologne spielen Farben wieder ein Rolle.

Quelle: Oliver Berg

Köln. Diesmal hat er eine ungewöhnliche Antwort.

Jedes Jahr hat die Möbelbranche eine andere Trendfarbe: 2014 waren viele Sofas blau, viele Accessoires gold und silber. Was wird 2015 kommen? Einer, der es wissen muss, ist der Farbenexperte Axel Venn. Der emeritierte Professor für Farbgestaltung und Trendscouting an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim hält seit vielen Jahren auf der Internationalen Möbelmesse

IMM Cologne in Köln (Publikumstage: 23. bis 25. Januar) Vorträge zu den Farbtrends. Er hat nun ausgemacht: Im Trend ist 2015 eigentlich alles.

 

Denn immer mehr Hersteller erweitern ihre bestehenden Möbelserien in Schwarz, Weiß, Grau und Holztönen um eine große Farbenpalette. "Plötzlich hat man 27 Farben", sagte Prof. Axel Venn. "Das ist ein Zeichen der Zeit, der Purismus ist out." Auch den Grund hat er ausgemacht: Nur Schwarz, Weiß und Grau im Wohnraum ohne Farbtupfer halte der Mensch nicht lange aus. "Er braucht Spannung."

Und während bisher Braun, Beige oder Grau vielen Farben beigemischt war, um diese dezenter wirken zu lassen, werden die Einrichtungsfarben in den nächsten Jahren richtig knallen. "Es werden reine Töne sein, die sehr kräftig sind. Es wird prägnant sein, fast wehtun", erklärte der Trendscout. "Die Farben sind sicher nicht sanft."

Und dazu werden die Farben kombiniert: "Man wird ein strahlendes Weiß sehen, dazu Aquamarin, dazu ein kräftiges Pink und dazu ein Orange, das an das Warnsignal erinnert, und dann auch noch dazu Gelb." Die Mischungen erinnern an die Farbwelten zu Ende der 60er Jahre. 

Gepaart werden die Farben mit ebenso wilden Mustern: "Das Runde wird verschwinden, Polygone werden immer wichtiger", prognostizierte Prof. Venn. Auf Bezugsstoffen, Vorhängen und Teppichen werden Vielecke statt Kreise zu sehen sein. Denn der Mensch will im Wohnraum ausdrücken, was seinen Erfahrungen und Lebensinhalten entspricht - und diese haben Ecken und Kanten. "Es ist vorbei mit der biederen Gemütlichkeit", meint Prof Venn.

Dass immer wieder etwas Neues in der Möbelbranche, aber auch in anderen Bereichen des Lebens kommen muss, erklärt der Trendexperte sich mit dem ständigen Wunsch des Menschen nach Abwechslung: "Ein Trend ist immer die Suche nach spannungsvollem Neuen." Und daher seien "Trends genaugenommen nichts anderes als eine untreue Haltung zu vergangenen Trends".

Aber: "In der Produktwelt lassen sich nur Trends durchsetzen, die einen alten Kern besitzen." Daher seien zum Beispiel eben auch Farbwelten der End-60er-Jahre im Kommen. "Trends brauchen immer Vorbilder", so der Farbenexperte.

 

Service:

 

Für die Öffentlichkeit ist die IMM vom 23. bis 25. Januar, jeweils von 9.00 bis 18.00 Uhr beziehungsweise am Sonntag von 9.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Vom 19. bis 22. Januar haben nur Fachbesucher Zutritt.

dpa

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