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Viel Brisanz beim Niedersachsen-Derby

Angst vor Abstieg und Randale Viel Brisanz beim Niedersachsen-Derby

Selten war die Situation so angespannt wie vor dem 22. Bundesliga-Duell zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96. Die Erzrivalen aus Niedersachsen stecken im Abstiegskampf, die Polizei will mit einem Großaufgebot am Sonntag Ausschreitungen verhindern.

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Die Polizei bereitet sich auf das Derby vor.

Hannover. Angst vor dem Abstieg, Furcht vor Randale - das prestigeträchtige Niedersachsen-Derby zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96 hat durch die Tabellensituation zusätzliche Brisanz erhalten. Drei Niederlagen in Serie haben bei Hannover 96 die Abstiegssorgen verschärft. "Es ist eine bedrohliche Situation", sagte 96-Keeper Ron-Robert-Zieler vor der als Sicherheitsspiel eingestuften Sonntag-Partie (15.30 Uhr). "Es geht um das Derby und wir wissen um die Bedeutung dieses Spiels. Mit einem Sieg können wir viel Sympathien bei unseren Fans zurückgewinnen", fügte er hinzu.

Es ist das erste Bundesliga-Duell der Erzrivalen seit 39 Jahren im Eintracht-Stadion und ausgerechnet jetzt sind viele 96-Anhänger unzufrieden mit ihrer Mannschaft. Das Team von Trainer Tayfun Korkut taumelt seit dem vorzeitigen Saisonaus für Torjäger Mame Diouf wegen einer Schulterverletzung scheinbar unaufhaltsam der Abstiegszone entgegen. Die Auftritte wirken zuletzt lethargisch und emotionslos. "Wir haben verstanden, was die Fans möchten", gelobte Mittelfeldmann Edgar Prib Besserung. "Wir steigen nicht ab und wollen das Polster auf den Relegationsplatz verteidigen", versprach Trainer Korkut.

Während in Hannover mit wachsender Sorge der schmelzende Abstand zu Platz 16 registriert wird, ist beim Tabellenletzten Braunschweig der drittletzte Platz das Ziel aller Bemühungen im Abstiegskampf. "Für uns wäre der Relegationsplatz ein Riesenerfolg", sagte Trainer Torsten Lieberknecht. Seine fast schon abgeschriebene Mannschaft hat in der Rückrunde ebenso wie Hannover elf Punkte geholt, der Trend der vergangenen Wochen ist positiv. Mit 30 000 Flyern, 10 000 Luftballons und der Aktion "Eine Stadt lebt blau-gelb" stimmt die Eintracht die Bevölkerung auf das Derby ein.

"Wir sind im Dunstkreis dabei und wir tun es ordentlich", sagte Lieberknecht zu der Aufholjagd. Der gebürtige Pfälzer lebt seine Emotionen im Gegensatz zu seinem Kollegen Korkut an der Seitenlinie voll aus. Bereits dreimal wurde er in dieser Saison auf die Tribüne geschickt. Der Bremer Schiedsrichter Peter Gagelmann, der das Niedersachsen-Derby leitet, gilt nicht als sein bester Freund. Zurückhaltung ist also angebracht und um Zurückhaltung bemühten sich im Vorfeld alle Verantwortlichen der beiden Clubs. Sie verzichteten auf coole Sprüche, um die Stimmung nicht noch mehr anzuheizen.

Die skandalösen Ereignisse beim 0:0 im Hinspiel im November 2013 in Hannover sind nicht vergessen. Der DFB hatte die Clubs wegen des Fehlverhaltens ihrer Fans zu drastischen Geldstrafen verurteilt. Die Gesamtsumme liegt bei 170 000 Euro. "Wir müssen uns auf das Sportliche konzentrieren", erklärte 96-Manager Dirk Dufner. "Wir hoffen, dass es friedlich bleibt." Eintrachts Sportdirektor Marc Arnold betonte angesichts der umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen: "Beide Vereine sind in Vorlage getreten."

In Braunschweig herrscht am Derby-Tag Ausnahmezustand. Insgesamt 3300 Polizisten sind im Einsatz. Die 2280 Gäste-Fans werden mit 50 Bussen von Hannover in das 70 Kilometer entfernte Braunschweig gebracht, nur in den Fahrzeugen sind die Tickets erhältlich. Gegen dieses ungewöhnliche Verfahren, auf das sich die Vereine, die Polizei und das Innenministerium verständigten, haben einige Dauerkarteninhaber geklagt. Das Amtsgericht Hannover musste sich noch am Freitag mit den Klagen beschäftigen.

Verärgerte 96-Ultras wollen am Sonntag vor dem Hauptbahnhof in Braunschweig gegen diese Maßnahme protestieren. Einen geplanten Demonstrationszug durch die City hat die Stadt Braunschweig untersagt. Die Polizei stellt sich auf mehr als 2000 Problemfans aus Braunschweig, Hannover und befreundeten Vereinen ein. Sie werden in der Innenstadt aufmerksam beobachtet. "Wir werden Störungen schon im Ansatz erkennen", versprach Einsatzleiter Roger Fladung.

dpa

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96 vor dem Derby
Foto: Edgar Prib, Hiroki Sakai, Lars Stindl und Christian Schulz warten auf Anweisungen von Trainer Korkut.

Sie wissen, worum es am Sonntag geht. Viel größer könnte der Druck für die Profis von Hannover 96 vor dem Derby bei Eintracht Braunschweig nicht sein. Durch drei Niederlagen in Folge sind sie auf Platz 13 und damit in eine Situation gerutscht, die sie unbedingt vermeiden wollten.

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